Wiederansiedlung der Barbe in der Gersprenz

Der seit März d.J. amtierende neue Vorstand des ASV 1932 Gersprenztal aus Reinheim-Ueberau hat am Samstag, 17.11.20 sein Versprechen an die Mitglieder wahr gemacht und 500 junge Barben in die Gersprenz bei Reinheim eingesetzt.

Der Initialbesatz stammt aus dem Einzugsgebiet des Mains, genauer gesagt aus dem Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb Maidbronn in Rimpar bei Würzburg. Die Elterntiere der 10-12 cm großen Jungfische stammen ausnahmslos aus dem Main. Damit soll eine genetische Verfälschung für den Fischbestand der Gersprenz ausgeschlossen werden.

Bild: Eric Bauer, 15.8.2020, 67cm 1,9kg

Für die neue Fischart werden bei Reinheim gute Chancen für den Aufbau eines stabilen Bestandes eingeräumt. Erst vor einem Jahr wurden im Rahmen einer Elektroabfischung an einem ehemaligen Wehr bei Babenhausen Barben nachgewiesen. Dies war letztlich der Anlass für die Ueberauer Angler, sich für einen Besatz mit der Fischart einzusetzen. Man orientierte sich bei der Entscheidung auch an den Ergebnissen der Fischuntersuchungen aus dem Jahr 1899 von Dosch, der die Fischart schon damals festgestellt hatte. Heutzutage fehlt die Fischart im Bereich Reinheim. Eine natürliche Besiedlung aus dem Main ist auch zurzeit wegen der noch bestehenden Wanderhindernisse nicht möglich. Durch eine erste Kontrolle mit einem dann vorhandenen Elektrofischfanggerät soll die Entwicklung der neuen Fische dokumentiert werden.

In enger Zusammenarbeit mit der Oberen Fischereibehörde beim RP Darmstadt und Gewässerökologen aus Darmstadt und Riedstadt wurden in diesem Jahr zudem 2 weitere, europaweit geschützte, extrem seltene Fischarten eingesetzt. Zum einen wurden rd. 500 Larven des Schlammpeitzgers in den Mühlgraben  eingesetzt, die von dort problemlos den Hauptlauf der Gersprenz erreichen und besiedeln können. Zum anderen wurden etwa 500 Exemplare des ebenfalls streng geschützten Schneiders eingesetzt. Auch für diese beiden Fischarten ist – beginnend mit dem Frühsommer 2021 – in Kooperation mit den Gewässerökologen und der Oberen Fischereibehörde ein Monitoring der Bestände geplant.

Schließlich hat der Verein in den nächsten Monaten auch eine Verbesserung der Gewässerstruktur vorgesehen, z.B. das Einbringen von Kies Depots. Totholz soll so weit wie möglich im Gewässer verbleiben, um den neuen Fischarten auch einen guten Lebensraum zu bieten.

Bei der Entnahme von gebietsfremden Arten hat der Verein im Laufe des Jahres bereits hohen personellen und finanziellen Aufwand geleistet und dem Gewässer weit über 7.000 Exemplare des Signalkrebses, der ursprünglich aus Nordamerika stammt und ganze Gewässer-Ökosysteme  zerstören kann, entnommen und der kulinarischen Verwertung zugeführt. Dieses Projekt soll im Frühjahr 2021 fortgeführt werden.

In der weiteren Planung sind auch weitere Besatz Maßnahmen mit der Nase und der Elritze vorgesehen.      

Durch unsere vielfältigen Maßnahmen streben wir eine ursprüngliche, gesunde, einheimische und artenreiche Fischfauna in unserem Pachtgewässer an. Dazu bedarf es hoher Anstrengungen auch in den nächsten Monaten und Jahren.

Hermann Poth, 1. Vorsitzender des ASV 1932

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